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Mein Atelier, ein Ort an dem ich nicht nur male

An einer anderen Stelle auf meiner Webseite habe ich mich mit der Überlegung befasst welchen Wert meine Bilder haben könnten. Für mich erscheint die Preisgestaltung der meisten „Künstler“ als sehr subjektiv und ist für mich nicht immer nachvollziehbar. Weil ich bei der Bewertung einer Arbeit grundsätzlich von mir selbst ausgehe fehlt mir oft der Bezug zu dem was das Werk nun zu einem macht dass den Wert, das es haben soll auch begründet.
Für meine „NoArt“ und anderen Bilder habe ich entgegen eines sonst üblichen einheitlich festgelegten Faktors den Faktor 5 bis 12 für die NoArt Serie festgelegt und für das Format 90 x 120 liegt der Faktor meist zwischen 19 bis 30.
Der Grund dafür liegt darin dass für mich neben der kreativen Leistung eben auch die handwerkliche Arbeit eine große Rolle spielt. Für mich ist die handwerkliche Arbeit mit der, der geistigen Arbeit nicht gleich gestellt weil meine Hände eben nur das tun was ihnen von meinem Geist aufgetränkt wird. Oft ist das was ich aber mit den Händen mache äußerst banal ! Das einzelne Bild ist also oft nichts besonderes und wenn es mir einfach erscheint ist es : „Consciously bad Kunst“

Ich habe anders als Künstler die ein Studium durchlaufen haben, weder irgendwelchen Techniken erlernt, noch besitze ich ein erlerntes theoretisches Wissen über Aufbau oder Gestaltung u.s.w. eines Bildes. Was man mir unterstellen kann ist eine ausgeprägte Methodenkompetenz für die es eine simple Ursache gibt aber weniger die Beschaffung von Fachwissen betrifft, sondern die die Adoption artfremden Wissens an die gestellte Aufgabe. Ansonsten muss ich sozusagen während des malen in Echtzeit all das selbst entwickeln was ausgebildete Künstler sich als Wissen in einem Studium angeeignet haben. Ich persönlich lehne für mich eine Ausbildungsverbundene Umsetzung von Kreativität ab da sie mich auf eine Weise beeinflussen würden wie ich es nicht möchte. Im Normalfall habe ich vor beginn des malens im Kopf bereits eine konkrete Vorstellung wie das Bild am Ende aussehen soll. Wenn ich eine weitgehend fotorealistische Darstellung im Kopf habe, dann muss ich es auch weitgehend fotorealistisch malen unabhängig davon ob es mit meinem Werkzeug oder den Farben für einen Laien auf Anhieb möglich sein könnte. Beabsichtige ich eine Abstraktion, dann ändere ich bewusst die Malweise und gebe dem Zufall mehr Platz, dennoch habe ich eine konkrete Vorstellung davon was am Ende zu sehen sein soll. Ich mache also keine Experimente auf der Leinwand sondern im Kopf. Alle meine Bilder sind bisher so entstanden. Ich persönlich nenne das Talent und Talent besitzt aus meiner Sicht in der kreativen Arbeit eine wesentlich höhere Wertigkeit als im Studium angeeignetes Wissen. Meine NoArt Bilder tragen bewusst diese Bezeichnung weil sie mir Handwerklich nichts abverlangen und ich darüber hinaus der Meinung bin dass Abstrakte Kunst der Gegenwart, Breitenkunst ist und wertmäsig oft ungerechtfertigt übertrieben eingestuft wird. Die Wertdifferenz zu meinen anderen Bilder ist somit ein Bestandteil des Künstlerischen Inhaltes eines solchen Bildes. Keinen oder wenig Wert zu haben ist also Sinn und deutliche Aussage eines solchen Bildes und folgt damit auch dem Gedanken des „Consciously bad Kunst“. Die Preise die sich bei meinen Bildern ergeben sind letztlich aus der Luft gegriffen und nur Symbolisch gemeint da die Bilder nicht erwerbbar sind. Bei den NoArt Bildern kommt noch hinzu dass die Komplette Bilder Serie als „NoArt“ nicht das einzelne Bild ein Werk darstellt sondern die komplette Serie.


Consciously bad Kunst


Was ist „Consciously bad Kunst“ ? Als ( professioneller ) Künstler bewusst schlechte Kunst zu machen ? Ich denke das es Unsinn ist zu behaupten dass es für ein "professionellen" Künstler schwierig ist bewusst schlechte Kunst zu machen. Es würde voraussetzen das "jeder" professionelle Künstler erstmal nur "gute" Kunst machen kann. Wahrscheinlicher ist es aber, das professionelle Künstler erstmal überwiegend schlechte Kunst anfertigen die aber auf Grund ihrer professionellen Herkunft nicht hinterfragt wird ! Ich verwende absichtlich im Begriff :"Consciously bad Kunst" das Wort "Kunst" und nicht "Art", um eine Distanzierung zu Projekten zu schaffen die sich damit befassen dass es schwierig währe für einen professionellen Künstler, schlechte Kunst zu fertigen !

Die Idee der “bewusst schlechten Kunst” ist der zugriff auf Empirie und kompetenzfreie Kreativität in der bewussten künstlerischen Gestaltung. Es geht dabei aus meiner sicht nicht um Fragen der art der Technik oder des Stieles, sondern um das fernhalten all dessen was man sich auf einer Ausbildungsebene zweckgebunden angeeignet hat. Also z.B. Aquarell malen ohne erst die Techniken des Aquarellmalens in einer Ausbildung oder Autodidakt anzueignen. Oder anders gesagt, einen Wasserfarbkasten und ein Blatt Papier nehmen, dann sich überlegen was man malen will und dann malen bis man aufhört und das Bild als fertig bezeichnet. Der Hintergedanke dabei ist, dass ( so Joseph Beuys ) „Kreativität weder auf besondere Personen noch auf den Bereich ästhetischer Praxis beschränkt ist, sondern sich bereits im Vermögen zu denken, zu fühlen und willentlich zu handeln äußert“. Aus der Praxis und insbesondere der so genannten „Kunstwelt“ ist zu erkennen dass die Ergebnisse von Kreativität gewissen Wertmassstäbe unterliegt. So werden Werke von ausgebildeten Künstler unabhängig ihres tatsächlichen Talentes meist höher Taxiert als die Werke, derer die keine Ausbildung besitzen. Begründen lässt sich das eigentlich nur aus der meist kostenintensive Ausbildung heraus und weniger durch die Genialität des Künstlers.
Ist aber die Ausbildung Maßstab für die Qualität eines Werkes, dann handelt es sich nicht um ein Werk das aus dem Talent eines Künstlers entstanden ist, sondern um das Ergebnis einer überwiegend Handwerklichen Leistung. Ich bezeichne derartige Kunst als „Kunsthandwerk“ So gesehen ist Consciously bad Kunst, auch wenn sie als weniger Wertvoll eingestuft wird, „mehr“ Talent bezogene Kunst, als die Werke von ausgebildeten Künstlern die sich genau dem Bedienen was sie im Studium erlernt oder im Atelier empirisch erarbeitet haben.

Mir persönlich ist es absolut egal ob jemand meiner Meinung folgen möchte oder nicht.
Im Grunde ist meine Kunst, meine Kunst und nicht etwas das von jemand anderes weitaus günstiger Gefertigt werden könnte oder „vermeintlich besser“, weil er entsprechend ausgebildet ist. Es währe dann nicht meine Kunst und deswegen erübrigt sich auch jeder Vergleich mit der Kunst anderer !
Ich denke dass alle „real“ Kunstschaffende meine Haltung nachvollziehen können und als durchaus angemessen einstufen. Für die Anderen mag sich das sehr radikal anhören, aber darin sehe ich eben den Unterschied zwischen Künstler und Kunsthandwerker ! Das diese Ansicht provoziert, ist mir durchaus bewusst weil ich damit die Bewertung in der Gegenwartskunst in Frage stelle. Es ist meine Art des Performativen und Beuys hat ja gesagt : „Provokation bringt Produktion“ !